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Welche Rechte hat man, wenn der Flug überbucht ist?

Immer wieder kommt es vor, dass Flüge überbucht werden und Passagiere mit einer späteren Maschine fliegen müssen. Welche Rechte Sie dann als Passagier haben, zeigt Ihnen dieser Artikel.

Warum werden überhaupt Flüge überbucht?

Grundsätzlich gibt es einen gewissen Prozentsatz von Passagieren, die trotz gebuchtem Ticket, nicht am Flughafen erscheinen und ihre Reservierung auch nicht stornieren. Gerade bei Business- und First-Class-Tickets besteht häufig kein Zwang den Flug zu stornieren. Diese Passagiere werden unter „No-Shows“ zusammengefasst. Die Anzahl dieser „No-Shows“ variiert zudem je nach Tag, Land, Saison und dem Reiseziel. Um nun eine gleichbleibend hohe Flugzeugauslastung zu erreichen, muss eine effektive Überbuchung vorgenommen werden.

Wie oft kommt eine „No-Show“ bzw. Überbuchung vor?

Laut den Angaben von Lufthansa passiert es nur 11 von 10.000 Passagieren, dass sie nicht mitfliegen können wegen einer überbuchten Maschine. In den USA liegt diese Quote etwas höher, dort schaffen es dem US-Verkehrsministerium zufolge 14,3 von 10.000 Fluggästen nicht, in die gewünschte Maschine zu kommen.

Für „No-Shows“, also Kunden, die trotz Reservierung nicht auftauchen, existiert keine gesamte Statistik. Allerdings scheint es eine immense Anzahl zu sein, denn allein bei der Lufthansa erschienen 2006 rund 4,7 Millionen Passagiere nicht auf ihren gebuchten Flügen, das sind circa 8,2 Prozent aller gebuchten Gäste und entspricht 12.700 leeren Jumbo-Jets. Die Airlines müssen also eine Überbuchung vornehmen, da ihnen sonst ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstehen würde.

Wie planen die Fluggesellschaften die „No-Shows“ und Überbuchungen?

Um die zu erwartende Flugzeugauslastung zu ermitteln, werden aufwendige Software-Systeme eingesetzt. Diese können fast punktgenau das Nachfragemuster berechnen, wie hoch die No-Show-Rate für jeden einzelnen Flug ausfallen wird, und dementsprechend dem Buchungssystem erlauben, zu überbuchen.

Wie wird versucht Überbuchung zu vermeiden?

Zum einen werden die eingesetzten Software-Systeme kontinuierlich verbessert, zum anderen versuchen die Fluggesellschaften schon im Vorfeld mögliche Überbuchungen zu identifizieren. So wird vor dem Abflug gecheckt, ob es zum Beispiel viele Reservierungen gibt, aber noch keine Tickets gekauft wurden. Das könnte ein Indiz für einen No-Show sein. Eine andere Methode ist, bei einem überbuchten Flug ein paar Tage vorher bei einzelnen Fluggästen anzurufen und zu fragen, ob sie auch zu einem anderen Termin fliegen könnten.

Wie wird bei einer Überbuchung verfahren?

Bevor eine Airline gebuchten Passagieren den Flug wegen Überbuchung verweigern muss, wird sie am Check-in-Schalter zunächst nach Passagieren suchen, die auf den Flug freiwillig verzichten. Meist werden sie mit Bargeld oder anderen Boni geködert. Sollte dies nicht genügen, gibt es eine Hierarchie, wer zuerst vom Flieger fliegt. Das bedeutet das Passagiere der First- und Business-Class mit ziemlicher Sicherheit nicht auf den Flug verzichten müssen. Auch Passagiere die bereits am Schalter bzw. Gate stehen, werden versucht einzuchecken. Wer allerdings eher spät eincheckt, kann eine böse Überraschung erleben.

Business-Class-Passagiere können Glück haben und – falls es eine First Class gibt – ein Upgrade erhalten. In extrem seltenen Fällen kann es aber auch dazu kommen, dass ein Business-Class-Gast heruntergestuft wird. Das heißt, entweder er fliegt Economy Class auf dem reservierten Flug oder er akzeptiert eine Umbuchung in der gewünschten Klasse, aber zu einem anderen Zeitpunkt. Ein Upgrade von der Economy- in die Business-Klasse ist meist mit einem erheblichen Preisaufschlag verbunden und keinesfalls ein Recht auf das man bestehen kann.

Welche Entschädigung gibt es für betroffene Passagiere?

Kommt ein Passagier auf dem fest gebuchten Flug nicht mit, so muss er nach der EU-Verordnung Nr. 261/2004 entschädigt werden. Ihm stehen dabei folgende Summen zu:

  • Kurzstrecke unter 1500 Kilometer -> 250€
  • Mittelstrecke zwischen 1500 und 3500 Kilometer -> 400€
  • Langstrecke über 3500 Kilometer -> 600€

Bei manchen Airlines wie der Lufthansa hat der Betroffene die Wahl. Entweder er nimmt die oben genannten Entschädigungen in Anspruch oder er entscheidet sich für Reisegutscheine der Airline, die im Wert über den vorgeschriebenen Kompensationen liegen. Die Pflicht diese Entschädigung zu zahlen, betrifft dabei aber nur alle Airlines aus einem EU-Mitgliedsland, unabhängig von wo oder wohin der Flug ging.

Etwaige Ansprüche müssen im Fall von Pauschalreisen beim Reiseveranstalter geltend gemacht werden oder direkt bei der jeweiligen Airline. Laut der Schlichtungsstelle Mobilität kommt es dabei zu keinen Problemen, es liegen auch keine größeren Beschwerden vor.

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