Idealo Flug Preisvergleich
Von
Nach
Rückflug
Hin
Zurück

Dienstreisen mit dem Flugzeug

In unserer heutigen globalisierten Welt sind Dienstreisen mit dem Flugzeug keine Seltenheit mehr. Sei es um Produktionsanlagen in Asien zu besichtigen oder Geschäfte in den USA abzuschließen.

Die Airlines bieten zudem Vielfliegern, Stammkunden und Unternehmen, die sich auf eine Airline festgelegt haben, viele Vorzüge, wie z.B. Treuepunkte, Bonus-Meilen, Prämien oder auch Vergünstigungen.

Doch wo beginnt die Arbeitszeit während der Reise? Wer bekommt die gesammelten Bonus-Meilen? Und ist man beim Shopping während einer Dienstreise versichert?

Diese und weitere Fragen gilt es vor der Dienstreise unbedingt zu klären. Daher finden Sie hier einen allgemeinen Überblick mit Informationen über die Dienstreise mit dem Flugzeug.

1. Konditionen und Bedingungen vorher klären
2. Was gilt als Arbeitszeit
3. Wie wird die Dienstreise vergütet
4. Wer bekommt die Bonusmeilen
5. Shopping/Sightseeing während der Dienstreise

1. Konditionen und Bedingungen vorher klären

Bei vielen Berufen die häufige Dienstreisen mit sich bringen, ist es das Beste noch direkt beim Einstellungsgespräch die Konditionen einer Dienstreise zu erfragen. Denn bei diesen Berufen werden die Regelungen z.B. zu der Arbeitszeit, zu Überstunden oder der Kostenübernahme, zumeist direkt im Arbeitsvertrag festgehalten. Denn Dienstreisen gehören zu arbeitsrechtlichen Pflichten, die teilweise direkt im Arbeitsvertrag vermerkt werden.

Allgemeinere Regeln können auch unternehmensweit in individuellen Reiseordnungen der Unternehmen festgelegt sein. Auch wenn keine vertragliche Grundlage besteht, kann der Vorgesetzte den Arbeitnehmer auf eine Dienstreise schicken, dazu dient dann das Weisungs- oder Direktionsrecht (§ 106 Gewerbeordnung). Allerdings muss die Dienstreise der vertraglich festgelegten Tätigkeit dienen und darf weder sittenwidrig sein noch gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen – etwa gegen Arbeitsschutzregelungen wie das Arbeitszeitgesetz.

zurück nach oben

2. Was gilt als Arbeitszeit

Leider ist die Rechtslage in Bezug auf die Arbeitszeit bei einer Dienstreise nicht ganz eindeutig. Am einfachsten lässt sich Arbeitszeit erkennen, wenn der Arbeitnehmer auf der Hin- oder Rückfahrt, zum Beispiel im Zug, auf Anweisung des Arbeitgebers oder wegen dienstlicher Notwendigkeiten ständig dienstliche Aufgaben erledigt (etwa Terminvorbereitung, Aktenlesen, Beantworten von E-Mails). Andererseits ist auch die Anfahrt mit dem Auto, insofern man selber fährt, ebenfalls Arbeitszeit.

Hat der Mitarbeiter jedoch die Wahl seinen Laptop während der An- oder Abreise – etwa in der Bahn – geschlossen zu lassen, darf er also entscheiden, ob er berufliche E-Mails beantwortet oder ein privates Buch liest, dann wird die Reisezeit als Ruhe-, und nicht als Arbeitszeit (BAG, Az. 9 AZR 519/05) angesehen. Allerdings muss dann nach der Reise ggf. sofort ein voller Arbeitstag absolviert werden.

zurück nach oben

3. Wie wird die Dienstreise vergütet

Auch hier gibt es keine klaren gesetzlichen Regelungen.

Bei den Unternehmen wo Dienstreisen eher üblich sind, existieren häufig Reiserichtlinien des Arbeitgebers, in denen auch die Vergütung vermerkt ist. Liegt keine Reiserichtlinie vor, kann auch der Arbeits- oder Tarifvertrag Aufschluss darüber geben.

Sind auch darin keine Regelungen festgelegt, sollte man möglichst früh mit dem Chef bzw. Vorgesetzten darüber sprechen und ggf. Regelungen vertraglich festlegen. Normalerweise werden in diesem Fall die Reisezeiten, innerhalb der regulären Arbeitszeit, auch als normale Arbeitsleistung vom Arbeitgeber vergütet.

zurück nach oben

4. Wer bekommt die Bonusmeilen

Erst Anfang des Jahres kam es zu einem Prozess zwischen einem Arbeitnehmer und seinem Vorgesetzten. Der Arbeitnehmer war häufig mit dem Flugzeug auf Dienstreise und hatte daher viele Bonus-Meilen gesammelt. Diese löste er für Flug-Tickets für den Urlaub mit seiner Familie ein. Als der Vorgesetzte das Meilen-Konto überprüfte, fielen ihm die eingelösten Meilen auf und ließ den Arbeitnehmer abmahnen. Zusätzlich sollte dieser den Preis der Tickets für die Urlaubsreise an das Unternehmen zurückzahlen.

Wie das Bundesarbeitsgericht entschied, dürfen Arbeitnehmer die auf dienstlichen Flugreisen gesammelten Bonusmeilen nicht ohne Rücksprache mit dem Chef für private Reisen nutzen. Da Dienstreisen im Interesse und auf Kosten des Arbeitgebers unternommen werden, kann dieser durchaus verlangen, die Bonusmeilen für weitere Dienstreisen einzusetzen (BAG, Az. 9 AZR 500/05).

Weiterhin entscheidend sind aber auch wieder die Regelungen im Arbeitsvertrag, die mit dem Arbeitgeber getroffenen Vereinbarungen oder die Reiserichtlinien der Firma. Denn oftmals erlauben die Unternehmen eine private Nutzung der Meilen.

Liegen keine Vereinbarungen, Richtlinien oder vertragliche Regelungen vor und duldet der Arbeitgeber die private Nutzung von Bonusmeilen stillschweigend über einen längeren Zeitraum, kann sich der Arbeitnehmer auf die so genannte “betriebliche Übung” berufen und die dienstlich gesammelten Flugmeilen beispielsweise für einen privaten Wochenendtrip nutzen.

So war es auch wie im oben genannten Fall. Der Mitarbeiter flog schon mehrere Jahre mit den Bonus-Meilen mit seiner Familie in den Urlaub. Er hatte dafür mit einem früheren Vorgesetzten eine mündliche Vereinbarung getroffen. Als dieser aus dem Unternehmen schied, machte der Mitarbeiter so weiter, ohne seinen neuen Vorgesetzten über diese Vereinbarung aufzuklären. So musste er zwar die Kosten nicht zurückzahlen, die Abmahnung hingegen war rechtens, da er es versäumt hatte, dieses Vorgehen mit dem neuen Chef abzuklären. Immerhin wurden nun in seinem Arbeitsvertrag Regelungen darüber festgehalten.

Daher besprechen Sie schon vor der Dienstreise, wie die Regelung der Bonusmeilen aussieht, um Streitigkeiten im Nachhinein zu vermeiden.

zurück nach oben

5. Shopping/Sightseeing während der Dienstreise

Was liegt näher, als an einem attraktiven Reiseziel, nach erledigter Arbeit während einer Dienstreise, die Umgebung zu erkunden, zu shoppen oder eine Sightseeingtour zu machen?

Wie schon bei den Bonus-Meilen oder der Vergütung, sollte auch hier mit dem Vorgesetzten gesprochen und die Konditionen detailiert festgelegt werden. Wenn die Arbeit erledigt ist, spricht oftmals rein rechtlich nichts gegen Ausflüge am Reiseort. Dennoch kann es zu Problemen führen, wenn der Chef so etwas nicht duldet.

Wichtig ist zu beachten, dass der Arbeitgeber nur die Flüge und die Hotel- und Aufenthaltskosen seines Mitarbeiters – in der Regel ein Einzelzimmer – komplett übernimmt. Eventuell gibt es noch ein bestimmtes Kontingent als Verpflegungsgeld oder dergleichen.

Sollte man also Vorhaben seinen Partner oder einen Freund mitzunehmen, müssen die Ticket- und Unterkunftskosten vom Mitarbeiter bzw. seiner Begleitung beglichen werden.

Bei Aufwendungen, die nur zum Teil beruflich oder betrieblich veranlasst sind, ist zu beachten, dass hier steuerliche Besonderheiten bei der Abzugsfähigkeit als Werbungskosten gelten. Deshalb gestatten nicht alle Arbeitgeber die Kombination von Geschäftsreise und privaten Interessen.

zurück nach oben

Content Protected Using Blog Protector By: PcDrome.